Ruanda: 1. Rundbrief von Tobias Hommes
Ruanda
Tobias Hommes
23.01.2026
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Hallo, mein Name ist Tobias Hommes, ich mache 2025/26 einen Freiwilligendienst mit SoFiA in dem kleinen Land Rwanda in Ostafrika. Ich bin jetzt gute 5 Monate hier und berichte in diesem Rundbrief von meinen Erfahrungen und Erlebnissen.

Als ich letztes Jahr im August in Düsseldorf in den Flieger über Doha nach Kigali gestiegen bin, wusste ich noch gar nicht so genau, was mich erwartet. Es war mein erster Flug und auch das erste Mal, dass ich meine Freund*innen und Familie hinter mir lasse, um so weit weg von zu Hause zu leben.

Dementsprechend war ich auch zunächst sehr überfordert, als ich dann in Kigali, der Hauptstadt, gelandet bin und wirklich realisiert habe, dass ich es tatsächlich mache. Ich wurde zum Glück am Flughafen direkt von dem Schulleiter und meinem Mentor im Projekt, Father Bosco, empfangen und zu meinem Hotel im Stadtteil Gikondo gebracht, wo ich die nächsten drei Tage untergebracht war.

Ich hatte am Anfang mit einem anderen deutschen Freiwilligen ein 3-tägiges Seminar im Partnerschaftsbüro von Rwanda und Rheinland-Pfalz, der Jumelage. Wir haben dort eine kurze Einführung in das Land und in die Sprache, sowie eine Tour durch Kigali erhalten.

Nachdem das Seminar vorbei war, hat mich Father Bosco mit nach Nyarurema, einem kleinen Dorf im Nordosten des Landes, an der Grenze zu Uganda genommen. Hier ist mein Projekt, die Ecole Technique Paroissiale de Nyarurema, kurz ETP Nyarurema, ein Internat mit ca. 1200 Schüler*innen. Sie lernen hier zusätzlich zu den klassischen Fächern wie Mathe, Englisch oder der Landessprache Kinyarwanda auch Fächer mit einem technischen Schwerpunkt, wie Automobile Technologie, Software Developement, Building Construction und Accounting.

Meine Aufgaben vor Ort sind sehr frei: Ich kann mir meine Arbeit allein suchen und dann auch selbst umsetzen. Meistens unterstütze ich die Lehrer*innen beim Korrigieren von Englischarbeiten und mittlerweile auch schon bei Französischarbeiten. Das   ist aber auch kein Problem, weil der größte Teil der Aufgaben “Multiple Choice” oder “Fülle die Lücke” sind und immer eine Lehrperson in der Nähe ist, die mir hilft.

Ansonsten nehme ich am Schulleben teil.  Konkret den Clubs, wie Fußball, Basketball oder Volleyball sowie an größeren Events. Neulich gab es ein Fußballspiel der Schüler gegen die Lehrer, bei dem ich auch mein Können auf dem Platz beweisen konnte, wobei mein Spielhighlight war, dass ich nach 10 Minuten Spielzeit und keinem einzigen Ballkontakt ausgewechselt wurde. Immerhin gab es danach gutes Essen und wir haben den Tag bei einem Kaltgetränk ausklingen lassen.

Obwohl mir die Zeit in Nyarurema mittlerweile Spaß macht, versuche ich an meinen Wochenenden auch mal rauszukommen. Meistens geht es dann für mich mit dem Bus nach Kigali, wo ich bei Freund*innen übernachte und das Stadtleben genieße. Dort kann man deutlich mehr machen als in einem kleinen Dorf. Am Anfang erschien mir die große Stadt noch kompliziert und stressig, aber mittlerweile fühlt sie sich vertraut an.

Jetzt geht es für mich schon fast in die zweite Hälfte meiner Zeit hier. Ich konnte in der Zeit bisher viel lernen und ich habe mir vorgenommen in der übrigen Zeit mehr Kinyarwanda zu lernen und mich besser zu integrieren, damit ich mich nicht mehr wie ein Dauertourist fühle und verhalte, sondern auch Teil einer Community werden kann.

Zum Schluss möchte ich mich noch für die Unterstützung bedanken, die ich bis jetzt erhalten habe. Die interessierten Fragen aus Deutschland haben mich immer sehr gefreut und ohne den Rückhalt von meinen Freund*innen und meiner Familie wäre ich jetzt hier nicht so gut dran, wie ich es jetzt bin.

TG, Fulgence und ich beim Wandern

Ein Teil der ETP Nyarurema

Die Lehrer*innen und ich bei einer Schulfeier

Kigali bei Nacht

Teambesprechung beim Fußball