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Warum sollte man einen Freiwilligendienst bei einem katholischen Träger machen?

Für viele junge Menschen, die sich für einen Freiwilligendienst im Ausland entscheiden, stellt sich vielleicht die Frage, warum sie sich bei der Entsendeorganisation für einen katholischen Träger entscheiden sollten. Gerade in Zeiten, in denen die katholische Kirche oft mit negativen Schlagzeilen in den Medien auffällt und immer mehr Menschen aus der Kirche austreten, ist diese Frage sicherlich nachvollziehbar.

Doch ist die katholische Kirche mehr als das, was durch die Medien in der großen Öffentlichkeit steht. Verschiedenste Organisationen, Vereine, die Jugendarbeit und zahlreiche Events zeugen von der Vielfalt und auch Liberalität katholischer Träger.

So auch der SoFiA e.V., der keinesfalls ausschließlich mit Menschen einer Konfession zusammenarbeitet. Auch Andersgläubige oder Konfessionslose sind willkommen, solange sie sich mit den Werten und dem Selbstverständnis der Sozialen Friedensdienste im Ausland identifizieren können. Das Motto „Das Leben ist anders“ zeigt sich nicht nur in den Freiwilligendiensten im Ausland, sondern auch in der Art und Weise wie SoFiA auf alle Menschen, also auch auf die Freiwilligen, schaut. Dabei wird auf den Menschen als Individuum eingegangen und es wird niemand aufgrund der Identität, Orientierung, Konfession etc. ausgeschlossen.

Die Partnerschaften und Einsatzstellen von SoFiA sind meistens kirchlich. Dadurch kommt man als Freiwillige*r automatisch in eine Peer Group, was bedeutet, dass man bei einer Teilnahme an einem Gottesdienst nicht nur in den Gottesdienst geht, sondern dort auch die Gemeinschaft auf eine ganz andere Art und Weise erlebt. Denn christlich zu sein hat in vielen Ländern eine größere Bedeutung als in Deutschland. Die Religion prägt die Kultur und das alltägliche Leben verschiedener Länder sehr stark und auch kulturelle Besonderheiten haben teilweise einen religiösen Ursprung. Neben einem Perspektivwechsel kann ein Freiwilligendienst bei einer katholischen Einsatzstelle deswegen auch dabei helfen, ein tieferes Verständnis für die Landeskultur zu gewinnen.

Nicht nur die Arbeit in der Einsatzstelle kann einen anderen Blickwinkel auf die Kirche schaffen, auch in den Vorbereitungsangeboten von SoFiA spielen Glaube und Spiritualität eine Rolle. Beispielsweise gibt es eine Spiritualitätseinheit, in der es ganz offen darum geht, wie man überhaupt zu dem Thema steht, ohne dass es Richtlinien gibt, an die man sich halten muss. Dabei geht es nicht nur um Religion, sondern einfach um Spiritualität. Als Freiwillige*r bekommt man dadurch vielleicht zum ersten Mal einen Zugang auch zur eigenen Spiritualität. Die Vorbereitung bietet Raum, sich über wichtige Fragen Gedanken zu machen, für die im Alltag oft die Zeit, aber auch das Bewusstsein fehlt: der Stellenwert und die Bedeutung von Spiritualität für einen selbst, die eigenen Werte und was einem im Leben wichtig ist.

Die Entsendeorganisation eines katholischen Trägers ermöglicht es also, die Kirche auch mal von einer ganz anderen, offenen, integrativen Seite kennenzulernen.

 

Von Tamara Schön (Freiwillige im Jahrgang 2019)