Rumänien: 1. Rundbrief von Maja Schwarz
Rumänien
Maja Schwarz
12.10.2026
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Guten Tag und liebe Grüße aus Miercurea Ciuc in Rumänien. Ich bin jetzt schon seit über zwei Monaten hier und werde nun von meinem Abenteuer berichten.

Alles fing Anfang August am Mainzer Hauptbahnhof an. Von dort ging es mit der S-Bahn nach Mannheim, wo ich in einen ICE Richtung München umgestiegen bin. In München angekommen, hatte ich einen kurzen Aufenthalt, bei dem ich meine Cousine überraschend am Bahnhof getroffen habe. Von München aus sollte es dann eigentlich bis nach Wien gehen, doch leider konnte der Zug aufgrund technischer Probleme ab Salzburg nicht weiterfahren.

Also musste ich schnell eine Alternative finden und in einen anderen Zug umsteigen, der mich schließlich doch noch nach Wien brachte. Dort verbrachte ich wie geplant eine Nacht. Die Zeit nutzte ich, um mir einige Sehenswürdigkeiten, wie den Stephansdom und die Hofburg, anzuschauen und die Stadt ein wenig zu erkunden. Am nächsten Tag ging es dann weiter Richtung Rumänien.

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Am Mainzer Hauptbahnhof ist meine Reise gestartet.

Der Tag begann allerdings schon mit einer kleinen Verspätung, denn mein Zug kam etwa 20 Minuten zu spät. Trotzdem machte ich mich noch guter Dinge auf den Weg. Doch kurz nachdem wir die ungarische Grenze überquert hatten, ging plötzlich nichts mehr. Wegen der großen Hitze musste in Ungarn ein Stromkraftwerk abgeschaltet werden, wodurch es zu erheblichen Stromausfällen kam. Mein Zug blieb deshalb fast drei Stunden in Győr stehen.

Damit war klar, dass ich meinen Anschluss nicht mehr erreichen würde. Nach langem Warten ging es endlich weiter nach Budapest, wo ich dann noch einmal übernachten musste. Der Tag war körperlich, aber auch emotional sehr anstrengend. Nachdem ich mich morgens ausgecheckt hatte, blieben mir noch einige Stunden, bis mein nächster Zug abfuhr. Also nutzte ich die Zeit, um mir auch Budapest anzuschauen. Leider war es an diesem Tag sehr heiß, sodass ich die meiste Zeit in einem klimatisierten Einkaufszentrum verbrachte. Ein paar Sehenswürdigkeiten, unter anderem das Parlamentsgebäude, konnte ich mir aber trotzdem anschauen. Dann war es endlich Zeit den letzten Zug zu nehmen.

Es war ein Nachtzug mit Schlafabteilen, der allerdings schon etwas älter und am Anfang ziemlich heiß war. In meinem Abteil war ich allein mit einem älteren Mann. Das war etwas seltsam, weshalb ich mich nicht besonders wohlfühlte und auch nicht wirklich gut schlafen konnte. Im Laufe der Nacht wurde es dann zusätzlich sehr kalt. Am Morgen gab es ein kleines Frühstück, und nach fast 15 Stunden Fahrt kamen wir endlich in Miercurea Ciuc an.

Meine Mitbewohnerin und Mitarbeiterin im Projekt holte mich vom Bahnhof ab und zeigte mir unsere Wohnung, in der ich nun ein Jahr wohnen werde. Danach war ich so erschöpft, dass ich erst einmal den ganzen Tag verschlief, um mich von der anstrengenden Reise zu erholen.

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Zwei Mal pro Woche proben die Kinder gemeinsam für ein Musical.

Am nächsten Tag ging es direkt ins Projekt, wo ich meine Mitarbeiter kennenlernte. Mein Projekt ist ein Zentrum des Malta Ordens in Rumänien. Dort gibt es vor allem Angebote für Kinder aus einer Roma-Community. Es gibt aber auch Angebote für ältere Menschen. Außerdem wird mittags ein Mittagessen verteilt.

Meine Aufgaben im Projekt sind sehr unterschiedlich. Morgens erledigen meine Mitarbeiter oft bürokratische Tätigkeiten, bei denen ich nur begrenzt helfen kann. Kleinere Aufgaben, wie Dinge auszuschneiden oder den Drucker zu bedienen, kann ich aber übernehmen. Ansonsten bekomme ich andere Aufgaben, zum Beispiel Bilder der Kinder in die entsprechenden Ordner zu sortieren.

Das Mittagessen darf ich dort auch essen. Es schmeckt mir allerdings nicht besonders, da es einfach nicht meinem Geschmack entspricht. Trotzdem esse ich es natürlich, denn schließlich bin ich den ganzen Tag dort.

Nachmittags stehen dann Aktivitäten mit den Kindern an. Zweimal pro Woche machen wir eine Musicalprobe, bei der wir Lieder einstudieren und üben. Ich durfte auch schon selbst Aktivitäten entwickeln und durchführen, natürlich mit Unterstützung. Einmal habe ich ein Ausmalbild vorbereitet und den Kindern die Wörter für dieGegenstände, die sie ausmalen sollten, auf Englisch und Deutsch beigebracht. Gleichzeitig haben mir die Kinder gezeigt, wie die Gegenstände auf Ungarisch und Rumänisch heißen.

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Malen mit den jüngeren Kindern im Projekt.

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Gesellschaftsspiele mit den älteren Kindern.

Die Menschen hier in der Gegend sprechen Ungarisch, während die Kinder in der Schule zusätzlich Rumänisch lernen. Mit der Sprache tue ich mich noch ziemlich schwer. Besonders Ungarisch ist für mich unfassbar schwierig! Meine Mitarbeiter können zum Glück Englisch und helfen mir oft, indem sie für mich übersetzen. Mit den Kindern kann ich zwar noch keine richtigen Gespräche führen, aber mittlerweile verstehe ich einzelne Wörter und Signalwörter.

Außerdem kommunizieren wir viel mit Gesten und Handzeichen. So können wir uns zumindest über die wichtigsten Dinge verständigen und die nötigsten Informationen austauschen. Auch wenn das manchmal eine kleine Herausforderung ist, finden wir meistens einen Weg, uns gegenseitig zu verstehen.

Im September hat dann auch für die Kinder die Schule angefangen. Nach der Schule kommen einige von ihnen ins Zentrum, um ihre Hausaufgaben zu machen. Ansonsten spielen wir viel oder malen und basteln. Die Kinder sind alle supernett und sehr süß. Die abwechslungsreichen Aktivitäten mit ihnen machen mir viel Spaß.

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Gemeinsame Spiele im Camp.

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Hier werden Baumstriezel gebacken.

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Eine Tanzparty für die Kinder.

In meiner dritten Woche in Rumänien waren wir mit den älteren Kindern in einem Camp. Dort waren auch Kinder aus anderen Zentren der Umgebung dabei. Ich habe viel in der Küche geholfen und bei einigen Spielen mitgemacht. An einem Tag war es besonders heiß, weshalb wir uns mit Wasserspielen abgekühlt haben. Das absolute Highlight war aber, dass wir selbst Baumstriezel gebacken haben! Dieses traditionelle Gebäck aus Siebenbürgen nennt man hier "Kürtőskalács".

So schön das Camp für die Kinder war, so anstrengend war es für mich. Es ist schon ein seltsames Gefühl, unter so vielen Menschen zu sein und trotzdem kaum zu verstehen, worüber sie sich unterhalten. Selbst wenn der Campleiter etwas erklärte, wusste ich oft nicht, was als Nächstes passieren würde. Auch die Nächte waren in unseren Hütten ziemlich kühl. Deshalb war ich nach dem Camp wirklich froh, wieder in meiner Wohnung zu sein. Die Kinder hatten dafür umso mehr Spaß, und es war schön zu sehen, wie sehr sie die gemeinsame Zeit genossen haben

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Auch ich habe beim Baumstriezel-Backen geholfen.

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Das war unsere Hütte im Camp.

Auch in meiner Wohnung und in meiner Stadt finde ich mich mittlerweile sehr gut zurecht. Es gibt viele gut ausgestattete Supermärkte, obwohl die Stadt nicht unbedingt die größte ist. Für mich ist es das erste Mal, ohne meine Eltern zu wohnen. Doch an den Haushalt und das Kochen konnte ich mich schneller gewöhnen, als ich es erwartet hatte.

Eine meiner Mitarbeiterinnen nimmt mich mit zu ihren Tanzstunden. Es ist ein Social Dance, bei dem wir verschiedene Tanzarten kennenlernen. Das macht Spaß, ist aber auch anstrengend. Außerdem wohne ich direkt gegenüber von einem Schwimmbad, in dem ich auch gerne schwimmen gehe. Der Sport kommt hier also nicht zu kurz.

Leider hatte ich einige Wochen lang Probleme mit Flöhen, die ich mir wohl ins Haus geholt hatte. Seitdem muss ich jeden Tag mein Zimmer saugen und putzen, was wirklich sehr anstrengend ist. Auch die Bisse sind ziemlich nervig und jucken stark. Meine Mitbewohnerin hilft mir sehr, und wir haben inzwischen schon mehrere Insektensprays ausprobiert. Nach all der Arbeit habe ich jetzt schon länger keine Flöhe mehr gesehen. Nun hoffe ich, dass ich nie wieder mit ihnen zu tun haben werde!

Nach den ersten zwei Monaten hier habe ich mich eigentlich schon gut eingelebt und mittlerweile eine gewisse Routine entwickelt. Die Sprachbarriere ist trotzdem manchmal schwierig und anstrengend. Die Arbeit mit den Kindern gefällt mir aber sehr, denn sie sind alle total cool und offen. Auch wenn ich mich leider noch nicht richtig mit ihnen unterhalten kann, finden wir mit Gesten, Handzeichen und einzelnen Wörtern meistens einen Weg, uns zu verständigen. Wenn nötig, helfen meine Mitarbeiter beim Übersetzen. Ich bin gespannt, was die nächste Zeit noch bringt!