1. Rundbrief aus Brasilien
Brasilien
Louisa Hein
10.02.2026
undefined blog cover image

1. Rundbrief aus Brasilien

Liebe Leserinnen und Leser dieses Rundbriefs, endlich kann ich euch von meinen ersten Erfahrungen und Eindrücken meines Freiwilligendienstes in Rondonópolis, Brasilien erzählen.

 

Seit nun fünf Monaten lebe ich in Brasilien, in Rondonópolis. Meine ersten Monate sind stark geprägt von vielen neuen Eindrücken; ein neues Land, eine neue Sprache und eine neue Kultur.

Meine Reise startete in Frankfurt und wie ihr euch vorstellen könnt, mit einem schweren Abschied von meiner Familie. Ich erinnere mich noch, wie ich mich gefühlt habe: Ich war so unendlich glücklich und traurig, in dieses Flugzeug einzusteigen – aber zugleich auch so erleichtert, meine Reise endlich starten zu können.

In Brasilien gelandet, hieß es erstmal: Ankommen. Ich wurde so herzlich und liebend aufgenommen und habe mich schon schnell wohl gefühlt.

 

Mein Projekt

“Associação Kobra” legt den Schwerpunkt auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien, deren Bildungs- und Zukunftschancen stark eingeschränkt sind.

Das Ziel ist es, mit einfachen Mitteln viel zu bewegen: ganz praktisch zum Beispiel durch Lebensmittel für die Familien, aber auch durch Angebote wie Berufsberatungen oder Computerkurse, die neue Chancen eröffnen, sowie durch den Aufbau eines starken Vertrauensverhältnisses zwischen Pädagog*innen und Kindern, das ihre persönliche Entwicklung und ihr Selbstvertrauen stärkt.  Gleichzeitig spielt Aufklärung eine große Rolle. Die Kinder lernen viel über wichtige Themen und auch Feiertage und deren Bedeutung.                      

Das Projekt ist in zwei Zentren aufgeteilt, die in unterschiedlichen Stadtvierteln liegen. Insgesamt gibt es zurzeit ca. 140 Kinder, die von Pädagog*innen und einer Psychologin begleitet werden. Zusätzlich unterrichten Lehrer*innen den Kindern Capoeira, Hip-Hop und Musik. Geöffnet ist es von Dienstag bis Donnerstag. Ich bin an allen Tagen dort und habe bereits in meiner ersten Woche begonnen das Projekt zu besuchen.                                                                                                                                                             Was ich an meinem Projekt besonders liebe, sind meine Kolleg*innen, die mir vor allem in den ersten Monaten aufgrund der Sprachhürde viel Geduld entgegengebracht haben. Außerdem schätze ich sehr, dass ich eigene Ideen für Unternehmungen mit den Kindern einbringen kann. So habe ich zum Beispiel zu Weihnachten gemeinsam mit den Kindern Plätzchen gebacken. Auch für das kommende Jahr durfte ich Vorschläge einbringen.

 

Mein Leben hier

Meine ersten drei Monate lebte ich bei meiner Gastfamilie. Meine Gastmama ist auch zeitgleich die Leiterin meines Projekts. Sie spricht außerdem Deutsch, was mir vor allem zu Beginn sehr geholfen hat, und eine Menge erleichtert hat.                                                                                   Dank ihr konnte ich schnell Kontakte zu Menschen in meinem Alter knüpfen, einige von ihnen sprechen ebenfalls Deutsch, da sie auch einen Freiwilligendienst absolviert haben (allerdings umgekehrt, in Deutschland). 

Mittlerweile lebe ich mit drei Student*innen in einer Wohngemeinschaft und werde schon ganz bald in meine eigene Wohnung ziehen. Durch das Leben in der WG hatte ich nochmal die Möglichkeit, weitere Freundschaften zu knüpfen.                                              Wenn ich meine Freizeit nicht mit meinen Freund*innen verbringe und mir bewusst Zeit für mich nehme, lese ich gerne oder mache Sport.

Weihnachten verbrachte ich gemeinsam mit meiner Gastfamilie. In der Weihnachtszeit habe ich hier noch einmal besonders wahrnehmen können, wie sehr es dabei um die gemeinsame Zeit geht. Auch wenn ich anfangs kaum Weihnachtsstimmung gespürt habe, haben das Wichteln und die Weihnachtsfeier mit meinen Kolleg*innen aus dem Projekt, sowie die gemeinsamen Feiertage mit meiner Gastfamilie dafür gesorgt, dass ich trotzdem ein weihnachtliches Gefühl erleben konnte.

Nach den Festtagen bin ich mit zwei Freiwilligen aus Bolivien in Brasilien gereist. Wir haben Silvester an der Copacabana verbracht, sind anschließend auf die Insel Ilha Grande gereist und haben São Paulo kennengelernt.

Außerdem hatte ich bereits die Möglichkeit, Fallschirm zu springen und die unglaublich schönen und vielfältigen Seiten Brasiliens kennenzulernen. Besonders beeindruckt haben mich die Natur und die, wie ich sie empfinde, extrem offene Kultur. Schon von Beginn wurde ich überallhin mitgenommen, eingeladen und immer mit offenen Armen empfangen.

Rückblickend bin ich unglaublich dankbar für alles, was ich hier bereits erleben und lernen durfte – besonders für die vielen Begegnungen. Ich freue mich riesig auf meine kommenden Monate.

Card image

caption

Card image

caption

Card image