Peru: 3. Rundbrief von Johanna Bauer
Peru
Von Johanna Bauer
10.08.2026
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Jetzt sind es nur noch wenige Wochen, die verbleiben. Seit dem letzten Rundbrief ist schon einige Zeit vergangen, ich wollte jedoch auch genug zu erzählen haben. Deswegen kommt der 3. Rundbrief erst jetzt. ;-)

Am 15. März kamen wieder alle Bewohner*innen, die über die Ferien bei ihren Familien gewohnt haben, zurück in die Einrichtung. Zur Begrüßung haben wir verschiedene Spiele gespielt und natürlich getanzt. Es war ungewohnt, wieder so viel Trubel zu erleben, da es in den Ferien sehr ruhig zuging. Aber es war auch sehr schön, wieder so viele bekannte Gesichter zu sehen. Ich habe schnell wieder in meinen Alltag gefunden und eine Routine aufgebaut.

Für ein paar Wochen waren wir sogar nicht die einzigen Freiwilligen. Es waren noch eine ehemalige Sonderpädagogin aus Deutschland und eine Freiwillige in meinem Alter da, die in der Einrichtung mitgewirkt haben. Mit Hannah, der Gleichaltrigen, habe ich viel unternommen in den nächsten Wochen.

Der 29. März war ein besonderer Tag, denn da habe ich Besuch von meiner Mutter und Schwester bekommen. In der darauffolgenden Woche habe ich ihnen die wichtigsten Orte in Cajamarca sowie meine Einrichtung gezeigt. Wir waren außerdem für ein paar Tage in Huanchaco am Meer. Es war wirklich schön, nach so vielen Monaten wieder meine Lieblingsmenschen im Arm zu halten und mit ihnen Zeit zu verbringen. Außerdem können sie jetzt viel besser nachvollziehen, was ich meine, wenn ich von meinem Leben hier berichte. Meine Mutter und Schwester sind anschließend alleine durch Peru gereist, da ich ja schon im März dort unterwegs war. So konnten sie dennoch ähnliche Eindrücke sammeln wie ich.

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Meine Mutter, meine Schwester und ich mit Cajamarca im Hintergrund

Am 5.6 haben wir das „aniversario“, also den Jahrestag der Einrichtung, gefeiert. Es gab viele verschiedene Programmpunkte wie Tänze, Reden und ein kleines Theaterstück. Ein gemeinsames Mittagessen durfte natürlich auch nicht fehlen. Es war ein sehr schönes Fest, bei dem ein weiteres erfolgreich abgeschlossenes Jahr der Einrichtung gefeiert und ein neues begrüßt wurde.

In den Wochen danach übten wir außerdem weiter fleißig das Theaterstück „El gato con botas“, also „der gestiefelte Kater“. Die Aufführungen fanden am 14. und 15. Juli statt. Insgesamt haben wir das Stück viermal vorgestellt und dem Publikum hat es gut gefallen. ;-)

Ich finde es eindrucksvoll, wie sich jede einzelne Person im Laufe der Proben in ihrer Rolle entwickelt hat. Es hat mich sehr gefreut zu sehen, mit wie viel Freude und Selbstvertrauen sie die Aufführungen gemeistert haben.

Am 23. Juni habe ich meinen 19. Geburtstag gefeiert. Es war ungewohnt, ohne meine Familie zu feiern, dennoch hatte ich einen schönen Tag. In der Einrichtung wurde eine kleine Überraschung für mich vorbereitet mit einer Torte und einem Geburtstagsständchen. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Abends war ich noch mit ein paar Freunden essen.

Kartenspiel mit Bewohner*innen der Einrichtung

Theateraufführung "Der gestiefelte Kater"

Meine Geburtstagsfeier in der Einrichtung

Mit meiner Freundesgruppe habe ich in den letzten Monaten auch viel unternommen. Wir haben einige Spieleabende organisiert, waren essen oder tanzen. Am 20. Mai durften wir bei einem Konzert von Ed Sheeran in Lima dabei sein. Das war sehr beeindruckend. Ein Erlebnis, das ich so schnell nicht wieder vergessen werde. :-)

Im Juli verbrachten wir ein paar Tage in Máncora am Meer. Ich musste mich zwar erstmal an die Hitze gewöhnen, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, diesen Ort zu besuchen. Es hat uns so gut gefallen, dass meine Mitfreiwillige Nele und ich Anfang August erneut nach Máncora gefahren sind. Diesmal eine Woche lang. So hatte ich auch Zeit, endlich das Surfen auszuprobieren, was ich mir das ganze Jahr vorgenommen hatte. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, aber es ist auf jeden Fall anspruchsvoller als es aussieht. ;-)

Eine Freundin und ich beim Ed Sheeran-Konzert in Lima

Surfkurs in Máncora

Meine Freunde und ich am Stand in Máncora

Gerade waren zwei Wochen Schulferien, weshalb einige Bewohner*innen bei ihren Familien zuhause waren. Die nächsten, und für mich letzten, Wochen hier werden aber wieder normaler Alltag in der Einrichtung „Santa Dorotea“.

Bald heißt es Abschied nehmen von diesem Ort, der in dem vergangen Jahr zu einem zweiten Zuhause geworden ist. Und von all den Menschen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind.

Vor wenigen Tagen haben wir zwei unserer deutschen Freundinnen hier verabschiedet, da sie wieder nach Deutschland zurückgeflogen sind. Das war schon schwieriger als gedacht, obwohl wir uns bald wieder sehen werden. Es war also weniger der Abschied von ihnen, sondern vielmehr der Abschied von den gemeinsamen Erfahrungen, die wir hier im vergangenen Jahr gesammelt haben - und das Wissen, dass wir so etwas nie wieder auf genau dieselbe Art und Weise erleben werden.

Aber alles hat ein Ende und das ist auch okay. Deswegen werde ich die letzten Wochen noch dafür nutzen, bisher aufgeschobene Pläne in die Tat umzusetzen, mich mit Freunden zu treffen und mich langsam zu verabschieden. Es wird schwer, das Leben hier zurückzulassen, ich freue mich aber auch auf einen neuen Lebensabschnitt in Deutschland. Und natürlich bin ich sehr glücklich, wenn ich meine Familie und Freunde in Deutschland wieder in den Arm schließen kann. :-)