Bolivien: 2.Rundbrief von Lilly Göbel
Bolivien
Lilly Göbel
23.04.2026
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Hola hola zurück aus El alto! Hier war in den letzten Monaten echt wieder einiges los. Also seid gespannt, es gibt viel zu erzählen!

Der November hat direkt stark angefangen: Mit meinen Freunden aus dem Jugendzentrum ging es nach Nevado Sajama, dem höchsten Berg Boliviens. Der ist übrigens ein ruhender Vulkan. Neben einer wirklich wunderschönen Landschaft gab es dort auch heiße Quellen, das war eine echt coole Erfahrung. Und: ich habe dort meine ersten „echten“ Lamas gesehen.

Kurz darauf hieß es dann auch schon Abschied nehmen. Denn für meine Mitfreiwillige Martha ging der Dienst schon zu Ende. Zum Abschluss sind wir mit unserem Chef Josu zum Titicacase gefahren, haben die Isla del Sol besucht und sind zu alten Inka Tempeln gewandert. Es war wirklich ein wunderschöner Abschied. Zu Hause haben wir dann auch noch mit unseren Freunden eine kleine Abschiedsfeier gemacht, das war wirklich sehr emotional, aber auch voll schön

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Ich und Martha bei einer Fahrt über den Titicacasee

Langsam, ging im Projekt alles Richtung Ferienmodus, denn ab Dezember beginnen hier die großen Sommerferien. Mit den Kindern haben wir noch ein Ferienprogramm und viele Ausflüge gemacht, bevor ich ein paar Tage nach Cochabamba gefahren bin. Dort habe ich die anderen bei ihrem Abschlussseminar besucht, nochmal alle Incoming-Freiwilligen und Martha gesehen, das war richtig schön. Mit einer Freundin habe ich dann noch ein bisschen die Umgebung erkundet, zum Beispiel die Kolonialstadt Tarata und einen großen Park in der Nähe. Etwas Touristinnen-Feeling musste eben sein ;)

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Ich und Freundinnen beim Christo de la Concordia in Cochabamba

Zurück in El Alto stand auch schon Weihnachten vor der Tür. Im Projekt haben wir Deko gebastelt, Panetón gebacken (das ist ein italienischer Weihnachtskuchen, hier ein absolutes Muss) und die letzten Wochen im Projekt genossen. An Heiligabend gab es eine große Messe in der Kirche und danach „Chocolatada“, das ist eine Weihnachtstradition bei der heiße Schokolade ausgeschenkt und Kuchen verteilt wird, danach bleibt man noch ein wenig zusammen und feiert. Viele Kinder aus dem Projekt und meine Freunde aus dem Jugendzentrum sind gekommen. Es war wirklich total schön, weil ich so alle vor den Ferien nochmal sehen konnte.

Die „Noche Buena“ habe ich dann mit meiner Gastfamilie gefeiert. Wir haben zusammen Plato Paceño gekocht. Das ist ein Gericht aus Mais, Bohnen, gebratenem Käse, oft mit Fleisch und Llauja serviert. Llauja ist eine traditionelle bolivianische Soße aus Tomate, scharfer Paprika und verschiedenen Kräutern, die jeder etwas anders zubereitet. Um Mitternacht war dann Bescherung. Am nächsten Tag gab es dann nochmal eine große Weihnachtsmesse und Wochenmarkt.

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Weihnachten mit meiner Gastfamilie

Und dann: Koffer packen und ab nach Brasilien! Mit Sarah und Louisa habe ich die Ferien genutzt, um ein Bisschen herumzureisen. Silvester haben wir an der Copacabana in Rio de Janeiro verbracht. Das Feuerwerk am Strand war ganz besonders. Tausende Menschen sind gekommen und alle waren in weiß gekleidet. Und natürlich war es super warm, also ganz anders wie ich es aus Deutschland kannte. Danach blieben wir noch zwei Wochen in Rio, verbrachten ein paar Tage auf der wunderschönen Insel Illha Grande und eine Woche in São Paulo. Diese Reise war auf jeden Fall schon eins meiner Jahres-Highlights!

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In Rio mit Sarah und Louisa

Zurück in El Alto ging es auch direkt weiter mit der Planung für das neue Jahr. Es gab viele Lehrerinnentreffen und mit den Monitoren aus dem Zentrum sind wir für ein Planungswochenende nach Achocalla gefahren.

Im Januar findet in La Paz der berühmte Alasitas-Markt statt. Und zwar zu Ehren des Aymara-Gottes des Überflusses, dem Ekeko. Auf diesem Markt kann man alles in Miniatur kaufen: Häuser, Geld, Abschlüsse, Essen, Babys (also wirklich alles). Es wird geglaubt, dass man das Gekaufte im Laufe des Jahres „in echt“ bekommt. Also falls ich demnächst reich werde - ihr wisst bescheid ;).

Am 1. Februar bekam ich außerdem eine neue Mitfreiwillige: Vale aus Chile. Sie würde für einen Monat bleiben, und was soll ich sagen - es hat direkt gematcht. Seitdem war die Arbeit doppelt so lustig und wir haben gemeinsam viel unternommen.

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Planungswochenende in Achocalla

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Alasitas Markt in La Paz

In Südamerika darf natürlich der Carnaval auch nicht fehlen. Eine Freundin hatte uns angeboten mit ihrer Tanzgruppe zum pre-Carnaval in Oruro mitzukommen. Wir waren so beeindruckt, dass wir direkt beschlossen haben, zum richtigen Carnaval wiederzukommen. Gesagt, getan: Wir waren beim Carnaval de Oruro. Riesige aufwendige Trachten, stundenlange Tänze und mittendrin wir. Der Carnaval de Oruro gehört sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist besonders für die „Diablada“ bekannt, ein sehr beeindruckender Tanz der den Kampf zwischen Erzengeln und Teufel darstellt. Auch im Zentrum gab es ein kleines Fastnachtsfest. Viele Kinder sind verkleidet gekommen, das war wirklich süß. Und dann gab es, hier typisch für Carnaval, eine riesige Schaumschlacht. Ich sage nur: Sprühschaum überall. Wirklich überall.

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Ordentlich eingeschaumt beim Carnaval de Oruro

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Vale und ich mit dem Oso(Bär) aus der Diablada

Bald darauf kamen Sarah und Louisa mich nochmal besuchen, und wir durften gemeinsam das „Challar“ miterleben, eine Tradition zu ehren der Pachamama (Mutter Erde). Die Häuser und Geschäfte werden mit bunten Ballons und Luftschlangen geschmückt. Es werden Reis,Rosenblätter, Zucker, Wein und Schnaps auf dem Boden und in jeder Ecke verteilt, als Dank und Bitte für ein gutes Jahr. Wir haben das zusammen mit meiner Gastfamilie gefeiert, was richtig besonders war. Und dann ging es auch schon weiter nach Cochabamba zum Zwischenseminar. Ich habe mich total gefreut die anderen Freiwilligen aus Peru und Brasilien wiederzusehen und all ihre Geschichten zu hören.

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Besuch bei meiner Gastfamilie mit Sarah und Louisa

Tja - und das war es auch schon wieder von mir. Langweilig wird es hier definitiv nicht ;)

Bis zum nächsten Mal!

Eure Lilly